Abächerli, Druckerei und Fotohaus (Bestand)

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Title:Abächerli, Druckerei und Fotohaus
Level:Bestand

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Administration history:Druckerei, Fotografie

Josef Abächerli (1868-1929)
Josef Abächerli wurde 1868 in Giswil geboren. 1887 wanderte er nach Brasilien aus, um dort in einer Schweizer Kolonie Lehrer zu werden. Nach acht Monaten brach er das Vorhaben ab und kehrte in die Schweiz zurück. In Giswil arbeitete Josef Abächerli bei der soeben eröffneten Brünigbahn. Zu etwa der gleichen Zeit richtete der Giswiler Lehrer und Gemeindeschreiber Jakob Halter in der ehemaligen Wirtschaft Rudenz eine Buchdruckerei ein. Abächerli war fasziniert von diesem Beruf und erlernte das Handwerk von den dort tätigen Schriftsetzern. 1893 gründete er zusammen mit dem ebenfalls aus Giswil stammenden Josef Schäli die Zeitung "Der Unterwaldner". Während Josef Abächerli für Verlag und Druck zuständig war, amtete Schäli, den man später auch als "Chronist" bezeichnete, als alleiniger Redaktor. Am 11. November 1893 erschien die erste Ausgabe einer "einheimischen, kurzweiligen, unabhängigen Zeitung" welche von den beiden Machern als "Damm gegen fremde Journalistik" errichtet wurde. Das Blatt erschien bis 1982.
In der Folge arbeitete Abächerli als Schriftsetzer in der Druckerei Engelberger in Stans. Diese wurde 1896 gegründet. Es ist anzunehmen, dass er dort mit dem noch jungen Medium Fotografie in Kontakt kam und wohl auch das Handwerk erlernte. Die aufkommenden "Postkarten" waren bereits damals eine Sparte der Druckerei Engelberger.
1901 eröffnet Josef Abächerli in Giswil sein erstes Foto-Atelier. Er arbeitete hauptsächlich sonntags, wenn die Leute ihren Sonntagsstaat trugen. Unter der Woche arbeitete Abächerli weiter in der Druckerei Engelberger, für die er nun hauptsächlich Postkartenmotive fotografierte.
Er spezialisierte sich 1903 in Kassel auf die sogenannte Schmelzfotografie oder Foto-Keramik, welche im Wesentlichen darin besteht, Bilder auf Porzellanplatten zu übertragen. 1906 übernahm Abächerli das Atelier des Fotografen Alois Ettlin in Sarnen und liess sich zusammen mit seiner Frau Franziska Zumstein und den sieben Kindern im Hauptort nieder.
1913 baute Abächerli am Professorenweg 1 ein neues Wohnhaus mit Atelier. Der Betrieb wurde um eine Buchdruckerei erweitert und Abächerli wurde unter anderem Herausgeber des beliebten Bruder-Klausen-Kalenders. 1920 verfasste er ein kleines Lehrbuch über das Verfahren der Foto-Keramik. Josef Abächerli starb 1929 im Alter von 61 Jahren.

Carl Abächerli (1893-1986)
Carl Abächerli wurde 1893 als erstes Kind von Josef Abächerli und Franziska Zumstein geboren. Carl erlernte, wie sein Vater, das Handwerk der Fotografie. In den 1920er-Jahren liess er sich in Teneriffa nieder, wo er ein Fotogeschäft führte. 1929 mit dem Tod seines Vaters Josef kehrte Carl in die Schweiz zurück und übernahm das Fotogeschäft seines Vaters.
1939 baute Carl am Bahnhofplatz 2 das Fotohaus Abächerli. Carl Abächerli hatte den Ruf eines feinfühligen Kunstfotografen, welcher es vor allem verstand, die Landschaft gekonnt in Szene zu setzen. Abächerli verfügte aber neben seinem fotografischen Können offenbar auch über eine Affinität zur Technik und ein Gespür für ihre Entwicklungen. Davon zeugen Eine grosse Sammlung von Sterefotos und ab zirka 1928 auch zahlreiche Filme.
Carl Abächerli starb 1986 im Alter von 93 Jahren. Sein Sohn Remo führte das Geschäft in Sarnen bis zur Auflösung weiter.


 

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